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Liebe deinen Nächsten wie dich selbst...
(12. Januar 2012, LT-Bericht Gisela Klöck)
 
Robert Wörz mit Assistentin Petra KellerSystematisch bearbeitet Robert Wörz das Thema
 
Im Namen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) „Hand in Hand“ Rott finden verschiedene Vorträge statt. Franz Blank begrüßte diesmal im Pfarrheim Robert Wörz aus Memmingen, der zu dem Thema „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ sprach.

Seit 2004 ist Robert Wörz psychologischer und systemischer Berater. Er referierte in Rott darüber, „wie wir uns selbst und unseren Nächsten gerecht werden können – der Weg vom Ich zum Du“. Aus seiner Praxis brachte er Beispiele. Er berichtete von Frauen, die sich „ins Du verlieren“, indem sie nur für andere da sind und sich selbst vergessen.

Nicht stehenbleiben, sondern in Bewegung bleiben

Er zeigte Wege auf, das zu ändern: „Nicht stehenbleiben (resignieren), sondern in Bewegung bleiben (weitergehen).“ Die Bibel könne Hilfestellung geben: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Zuvor stehe jedoch im Matthäusevangelium: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ Wenn der Mensch in verzweifelter Situation nicht weiter wisse und auch keine Beratung helfen könne, bleibe immer noch der Weg zu Gott. Auch das „Vaterunser“ zeige Gottvertrauen auf: „Dein Wille geschehe.“ Danach könne der Mensch wieder zu sich zurückfinden. Das Leben könne wieder „in Balance“ kommen, wenn es in Schieflage geraten war. „Balance – wenn ich auf mich gut achte, kann ich meinem Nächsten mehr geben. Die Herkunft prägt den Menschen und es ist erwiesen, dass der Mensch 90 Prozent unbewusstes Verhalten zeigt“, sagte Wörz. Die Entwicklung und Erziehung spielten dabei eine maßgebliche Rolle. Der Referent brachte auch ein Zitat von Martin Buber: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Sich Auszeiten gönnen, in der Ehe ebenbürtig leben und in der Gegenwart sein, sich nicht in der Vergangenheit verlieren, im Hier und Jetzt leben, das waren einige Kernsätze des interessanten Vortrags.

Jeder soll seine eigenen Interessen haben

Einige der Zuhörer ließen Diskussionen aufkommen. So wurde der Satz „Es wird viel zu schnell getrennt und geschieden“ genannt. Robert Wörz gab den Tipp, jedem Ehepartner seine eigenen Interessen lassen: „Getrenntes Ich in der Paarbeziehung leben, dann hat auch das Gemeinsame wieder Platz.“ Beispiele dafür gebe es viele. Nach einem getrennt verbrachten Tag könne man in der Zweisamkeit über das Erlebte reden. Dies sei auch den Kindern ein positives Beispiel, das sie später nachahmen könnten.

„Wenn der Akku leer ist, wissen wir nicht mehr, wo es lang geht“, so Wörz. Eine Gottesbeziehung aufbauen, den Weg zum Gebet finden, sei wichtig. Mit dem wunderbaren Gedicht „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers schloss Wörz den Vortrag, der mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.


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